Künstliche SüßstoffeIII

Künstliche Süßstoffe – Fluch oder Segen?

Die Vorliebe für süß schmeckende Lebensmittel und Getränke ist uns angeboren. So reagieren bspw. schon Säuglinge auf eine süße Flüssigkeit mit einem Lächeln.

(1) Evolutionsbedingt wird der Präferenz für etwas Süßes eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Ein süßer Geschmack etwa von Früchten war für unsere Vorfahren ein Hinweis auf nährstoffreiche und bekömmliche Lebensmittel. Ein bitterer Geschmack hingegen warnte vor möglichen toxischen Risiken. (2) Auch in der Nachkriegszeit stillten die Menschen ihren durch Hungersjahre und harte körperliche Arbeit bedingten erhöhten Energiebedarf mit Hilfe von süßen Lebensmitteln. (3) Süße und damit energiereiche Nahrung sichert das Überleben.

Doch in der heutigen Zeit des Überflusses, in der vielfach nur noch eine sitzende Tätigkeit ausgeführt wird, ist dieser Konsum nicht mehr zeitgemäß und führt häufig zu einer Fehl- und Überernährung. Denn süße Lebensmittel haben viele negative Auswirkungen auf den Körper: Sie können schlaff, antriebslos, müde, depressiv und sogar krank machen. (4) Ein erhöhter Konsum kann bspw. zu Diabetes und Fettleibigkeit führen. Aus diesem Grund wird auch seit Jahrzehnten nach alternativen Süßungsmitteln wie Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen geforscht. (5)

Bei Süßstoffen handelt es sich in der Regel um chemisch hergestellte Ersatzstoffe für Haushaltszucker, die dessen Süßkraft um das 3.000-fache übersteigen können. (6) Dabei enthalten Süßstoffe keine oder nur eine vernachlässigbar geringe Kalorienanzahl. (7) Süßstoffe gelten als Lebensmittelzusatzstoffe und haben daher eine E-Nummer. Ihre Verwendung wird innerhalb der EU durch das Lebensmittelrecht geregelt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat aktuell die folgenden künstlichen Süßstoffe zugelassen (8): Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose, Neohesperidin DC, Neotam, Aspartam-Acesulfamsalz, Advantam. (9)

Künstliche Süßstoffe sind heutzutage nicht mehr aus der Lebensmittelindustrie wegzudenken. Sie werden vor allem in brennwertreduzierten Lebensmitteln wie z.B. in Light-Erfrischungsgetränken sowie als Tafelsüße in Form von Tabletten zum Süßen von Speisen oder Getränken eingesetzt. (10) Aber auch in Backwaren, Milchspeisen, Brotaufstrichen, Soßen oder Obst- und Sauerkonserven werden künstliche Süßstoffe verwendet.

Nicht selten werden unterschiedliche Süßstoffe gemischt, damit eine bestimmte Geschmacksrichtung erzielt werden kann. Die Kombination aus Cyclamat und Aspartam wird insbesondere bei der der Herstellung von Erfrischungsgetränken verwendet. Häufig wird die Verarbeitung von künstlichen Süßstoffen in Lebensmitteln und Getränken vom Verbraucher gar nicht wahrgenommen. Gründe hierfür sind die oft komplizierten Verpackungsangaben der Hersteller oder eine unerwartbare Beigabe von künstlichen Süßstoffen, bspw. in pikanten Gerichten wie Fleischsalat. (11)

Die Verwendung von künstlichen Süßstoffen ist jedoch gesundheitlich nicht vollkommen unbedenklich und sollte nicht gedankenlos konsumiert werden. So verändert die Aufnahme von künstlichen Süßstoffen bspw. nicht nur die Geschmackswahrnehmung, (12) sondern kann auch den Stoffwechsel durcheinanderbringen (13). Der Konsum von künstlichen Süßstoffen führt dazu, dass wir Appetit auf etwas Süßes bekommen. Denn Süßstoffe aktivieren dieselben Geschmacksrezeptoren wie Haushaltszucker und können so die Lust nach etwas Süßem sogar noch fördern. (14) Folgen sind eine Gewichtszunahme und ein erhöhtes Diabetes-Risiko sowie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte. Süßstoffe können also trotz ihrer geringen Kalorienanzahl nicht als Allheilmittel für eine Gewichtsreduktion angesehen werden.

Fazit: Bei den meisten Süßstoffen handelt es sich um künstliche, synthetische Stoffe, die nicht zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen und sogar die Stoffwechselprozesse negativ beeinflussen können. Aus diesem Grund sind in Liwo keine künstlichen Süßstoffe enthalten und so können wir euch eine clevere Erfrischung bieten.

Quellen:

  1. http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Suechtig-nach-Zucker-175443.html
  2. http://www.essperiment.at/images/Artikel_Geschmacksentwicklung.pdf
  3. http://www.schlank-im-schlaf-coach.de/zucker-die-suse-sucht-der-ewige-sundenbock-oder-einfach-nur-genuss-pur/
  4. http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker.html#ixzz4EBQJyjph
  5. http://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/suessungsmittel-zwischen-zuckeraustauschstoffen-suessstoffen-co
  6. http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/suesse-zusatzstoffe-zuckeraustauschstoffe-und-suessstoffe
  7. http://www.onmeda.de/ernaehrung/suessstoffe-suessstoffe-2266-2.html
  8. http://www.efsa.europa.eu/de/
  9. http://www.bfr.bund.de
  10. http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker.html#ixzz4EBQJyjph
  11. https://www.verbraucherzentrale.de/zucker
  12. http://www.aid.de/inhalt/suessstoffe-veraendern-den-geschmack-7016.html
  13. http://www.n-tv.de/wissen/Fakten_und_Mythen/Finger-weg-von-Suessstoffen-article15144651.html
  14. http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Machen-Suessstoffe-dick-127565.html